Ein Volksfeind – Bettina Bruinier

Münchner Volkstheater

KLICK

Ich hatte Volksfeind nicht gelesen vor meinem Theaterbesuch und war deswegen auch auf die Geschichte gespannt. Mein erstes Mal im Volkstheater München.

Sieht ein bisschen aus wie im Kino nur das die Leinwand fehlt, aber die Plätze sind sehr bequem.

Es war eine tolle Inszenierung. Ich mag Ibsen sehr gerne. Die Bühne wurde immer größer, es gab Videoprojektionen an den Wänden und es wurde durch das Internet mit der Gegenwart verknüpft. Natürlich kann man es nicht mit den Kammerspielen gleich setzen, aber ich fand es wirklich schön. Es war mal wieder fast „klassisches“ Theater.

Was ich am besten fand war auf der einen Seite die Figur der Frau Aslaksen. Im Drama ist die Figur ja eigentlich männlich aber ich finde es gut, dass sie eine Frau draus gemacht haben. Hat mich ja ein bisschen an unsere Kanzlerin erinnert. Die Schauspielerin war einfach großartig. Sie hatte diesen abgehakten Sprachduktus, den die Nachrichtensprecher immer haben. Natürlich völlig übertrieben aber es hat genial gepasst. Diese Scheinheiligkeit, dieses sich für die Bürger einsetzen wollen aber eigentlich nur seine Interessen durchsetzten, hat den Kern getroffen und ich glaube auch das Publikum. In einer Szene ist sie zwischen die Zuschauer gelaufen und hat sie fotografiert und dann die Bilder aufgedruckt und die Gesichter auf Holzmännchen geklebt und verkündet „Das ist die Mehrheit!“. Ich finde es genial, das zeigt genau das wie die Politiker ihr Volk sehen, als Menschen die sie so verrücken können wie sie es gerne hätten.

Der Knaller war dann noch die Rede die von Thomas Stockmann. Sie wurde so inszeniert, das die Rede zu uns dem Publikum gehalten wurde, also wir waren wirklich das Publikum der Rede und nicht Zuschauer eines Theaterstücks. Das Licht ging an und wir saßen nicht mehr im Dunkeln. Im Nachhinein habe ich gehört das die Rede komplett umgeschrieben worden war, was mich persönlich aber nicht gestört hat, da ich ja das Drama nicht kannte. Es war eine Rede gegen den Kapitalismus, nein eher eine Hass Rede gegen den Kapitalismus.  Ich fühlte mich wirklich wie bei einer politischen Rede und die Zuschauer applaudierten teilweise oder stimmten dem gesagten zu. Es war großartig, es hatte etwas von einem Gemeinschaftsgefühl.

Ich persönlich finde dieses Stück auf jeden Fall sehenswert, da ich Ibsen sehr mag. Das einzige was mich etwas gestört hat war, das seine Tochter im Stück fast genauso alt war wie seine Frau und das hat irgendwie nicht zusammen gepasst und das ich die Rolle der Tochter in der Inszenierung etwas überflüssig fand.

Alles in allem war es ein toller Abend und ich warte Sehnsüchtig darauf, dass einer „Die Frau vom Meer“ von Ibsen hier in München inszeniert.

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

2 responses to “Ein Volksfeind – Bettina Bruinier

  • randirose

    Marie,
    ich finde es toll, wie du dich für diesen Blog engagierst und habe bisher jeden deiner Beiträge gelesen.
    Aber die vielen Rechtschreibfehler, der falsche Satzbau und -für mich am schlimmsten- die fehlenden Kommata machen das Lesen beinahe unerträglich. Da läuft mir manchmal echt ein kalter Schauer über den Rücken.. gruselig.
    Wie wäre es denn, wenn du die Texte in ‚Word‘ o.ä. vorschreibst -damit ließen sich bestimmt einige (Flüchtigkeits-)Fehler vermeiden.
    Aber das Stück möchte ich mir auch auf jeden Fall ansehen. 🙂
    Randi

    • Marie

      Hey danke für deinen Beitrag.
      Ja ich weiß ich schicke es schon immer durch Word aber das zeigt mir auch nicht alles an. Ich versuche mich zu bessern versprochen.
      Ich hoffe du ließt auch weiterhin fleißig weiter 🙂
      Danke für deine Unterstützung
      Marie

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