Die Perser – Johan Simons

Premiere Münchner Kammerspiele

KLICK

Karten für die Premiere. Das war toll!

Die Perser wurde nicht in den Kammerspiele gespielt, sondern in der Bayern Kaserne in Kieferngarten.

Man kommt dort an und es erwartet einen ein Bierwagen und Persisches Ragout! Wenn man früh genug da ist, kann man eine Radtour mache durch die Kaserne und die Schicksale von Flüchtlingskinder erzählt bekommen. Die Radtour findet 3 Mal statt und die Kaserne ist ab 17 Uhr geöffnet. Da kann man auch mitmachen, wenn man keine Karte für das Stück hat.

Jedenfalls sind wir durch den Gang zur Spielstätte gegangen und am Eingang stand Johann Simons und schaute ganz grimmig auf die Zuschauer. Da es in der Kaserne frisch war, gab es auf jedem zweiten Platz eine warme Decke, die ich dankend annahm. Es waren schon wichtige Leute da. Brigitte Hobmeier hab ich im Publikum gesehen, eine Dozentin und einen Dramaturgen der Kammerspiele und es waren ein paar Journalisten da.

Und dann ging es los. Es geht um Krieg, es geht um Übermut. Aischylos, selbst Grieche, zeigt Größe indem er ein Stück über seine Feinde schreibt und ihr Leid im Krieg zum Thema macht.

Das Stück wird 2 Stunden in gewaltigen Worten vermittelt. Es sind hier nicht die Aktionen, es wird sehr wenig auf der Bühne interagiert. Hier stehen das Wort im Mittelpunkt und seine gewaltige Aussagekraft. Der Botenbericht am Anfang stellte mich schon auf eine harte Probe, da ich vorher ein Glas Wein getrunken hatte. Hildegard Schmahl stellte die Chorführerin dar. Sie ist großartig! Ich finde sie bis jetzt in jedem ihrer Stücke gut, mehr als gut. Sylvana Krappatsch spielt sich als die Mutter von Xerxes mit jedem ihrer Auftritte immer wieder selbst gegen die Wand. Es ist wunderbar anzuschauen. Am besten ist die Szene, wo sie mit einem Papierkleid in ein Wasserbecken taucht und ohne das Kleid wieder rauskommt, da es sich im Wasser aufgelöst hat.

Nic Holonics hat zwar nur ganz zum Schluss einen Auftritt als Xerxes, der aus dem verlorenen Krieg zurückkommt, aber ich finde er spielt es klasse. Dieses Nervöse, diese Gewissheit, dass man zu viel gewagt hat und das alles Unglück nun auf seinen Schultern lastet. Wunderbar.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Musik! Drei Musiker begleiten durch den Abend und die Musik ist wunderbar. Man kann es gar nicht beschreiben. Es passt so gut zu dem Stück. Man muss es hören.

Das einzige was mir gar nicht gefallen hat, war das Perser Volk. Also was eigentlich der Chor sein sollte. Eine Mischung aus Kinder und Jugendliche aus dem Asylantenheim und Deutschen Rentnern, die 2 Stunden nur da saßen und nichts gemacht haben. Sie sind ab und zu mal von A nach B gegangen und haben ein Lied gesungen, aber sonst waren sie nur Deko. Mich persönlich hat es deshalb so sehr gestört, weil die Jungen wie die Alten permanent aus ihrer Rolle gefallen sind. Die Jungen haben sich gelangweilt und die Alten sind fast eingeschlafen. Es tut mir leid, aber ich halte das für absolut unnötig. Sie waren einfach deplatziert, wussten nicht wohin, stehen gelassen. Ich finde ohne die Statisten im Hintergrund, wäre das Stück stärker gewesen.

Es war wirklich unglücklich, dass nach acht Uhr kein Bus mehr von dort fährt und das Stück ja erst um zehn zu Ende war. Wir waren mit den Öffentlichen da und mussten sehen wie wir nach Hause kommen. Wir haben ein Taxi genommen. Ich finde das nicht gut, man hätte wenigstens einen Shuttlebus oder irgend so was zur Verfügung stellen müssen, da ja nicht jeder ein Auto hat oder abgeholt werden kann. Aber wir haben uns das Taxi mit zwei netten Männern geteilt und dann ging das schon. Und der Bierwagen war schon zu als wir raus kamen, was ich auch schade fand.

Das Stück an sich ist super. Wortgewaltig und mit tollen Schauspielern besetzt, nur die Statisten haben mich voll gestört.

Es ist auf jeden Fall lohnenswert nach Kieferngarten raus zufahren, denn es ist was anderes als in einem normalen Theater zu sitzen!

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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