Saint Francois d`Assise – Hermann Nitsch/ Olivier Messiaens

Bayrische Staatsoper

KLICK

Sechs Stunden Nitsch. Sechs Stunden Oper. Zwei Pausen.

Es war ein krasses Erlebnis und ich bin froh, dass ich doch bis zum Schluss geblieben bin.

Saint François d`Assis von Hermann Nitsch, Musik von Olivier Messiaens in der Bayrischen Staatsoper im Rahmen der Opern Festspiele.

Die Handlung wird selbst auf der Seite der Bayrischen Staatsoper in einem Satz wiedergegeben.

„Der Mensch Franziskus, der seine ich-bezogene Lebensangst, seine Todesfurcht und den Ekel vor dem Hässlichen überwindet, schafft in seinem inneren Erleben Platz für eine die Grenzen des Individuums sprengende Erleuchtung und die Erfahrung der Existenz Gottes.“ (http://www.bayerische.staatsoper.de/889-ZG9tPWRvbTEmaWQ9MjA1NyZsPWRlJnRlcm1pbj05MDgz-~spielplan~oper~veranstaltungen~vorstellung.html)

Alles ist eigentlich eine sechsstündige Predigt. Eine Lobpreisung Gottes. In Acht Bildern wird der Weg Gottes bzw. der Weg des Franziskus aufgezeigt. Franziskus steht für den Leidensweg von Jesus bzw. er will ihn selbst durchleben um wieder Frieden zu finden.

Die Oper ist sehr statisch aber dafür mir großartigen Bildern untermahlt. Manchmal dachte ich, dass es eigentlich eine Collage aus lebenden Bildern ist. Man könnte jedes Bild fotografieren und würde alles über die Oper wissen ohne sie gesehen zu haben.

Diese Statik ist aber auch ein Merkmal von Nitsch. Nitsch macht Bilder an denen wir uns reinigen sollen. Immer wenn der Hauptsänger von der Kreuzigung Jesus sang oder am Schluss selbst in den Tod geht, werden Holzkreuze aufgestellt und passive und aktive Darsteller agieren in typischer Nitsch Szenerie auf der Bühne.

Im ersten Akt werden passive Akteure mit Schweineblut begossen bzw. sie müssen es trinken und Opernbesucher dürfen für den 1. Akt auf die Bühne. Sie stehen und laufen und schauen teilweise gelangweilt, verstört und neugierig. An der Wand werden Szene aus dem Wiener Orgien Mysterium Theater projiziert. Einige verlassen schon nach 5 Minuten die Oper. Bis Ende des ersten Aktes sind schon ca. 10 Leute oder mehr gegangen. Dann ist Pause. Jeder erwartet, dass es so weiter geht. Nach der Pause kommen noch weniger Leute zurück. Auch bei uns gab es draußen heftige Diskussionen, ob man sich das jetzt weiter anschaue soll oder nicht? Ich entscheide mich fürs bleiben, auch weil ich neugierig war.

Der 2. Akt ist das Gegenteil vom ersten, er ist ganz „normale“ Oper. Vögel und Blumen explodierten auf der Leinwand aber es gab kein  Schweineblut.  In einem halbstündigen Lobgesang an die Vögel, ist man fast eingeschlafen.Erst im 3. Akt geht es wieder richtig zur Sache. Ich persönlich fand den letzten Akt am schönsten. Die beiden Bilder die dort gezeigt wurden, waren es wert gewesen, vorher 5 Stunden da zu sitzen.

Nitsch saß auch mit im Publikum, da es eine Generalprobe war. Zum Schluss hatte er ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht.

Ich musste erst Mal ein Bier trinken gehen. 6 Stunden Oper hat mich völlig fertig gemacht. Ich war an dem Abend nicht mehr fähig irgendeinen klaren Gedanken zu fassen. Es ging aber nicht nur mir so.

Man muss so was erst mal verdauen. Wenn man Nitsch kennt und weiß was er macht, ist man schon etwas enttäuscht, da nichts neues kommt. Wenn man ihn nicht kennt, war es  für einen skandalös, wie die Zuschauerreaktionen zeigten.

Ich würde sagen ca. die Hälfte des Publikums ist gegangen.

Ich habe zwar keine Katharsis gespürt, so wie Nitsch das ja immer will, aber ich manche Teile des Chors waren schon sehr hypnotisch. Aber es ist ja hier auch kein reines Orgien Mysterium Theater, also war das vielleicht überhaupt nicht gewollt. Es ist eine gut inszenierte Bebilderung des Weges Jesu und des Franziskaner Mönches.

Ich denke wenn Nitsch schon mal in München ist, sollte man es sich auch anschauen!

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

5 responses to “Saint Francois d`Assise – Hermann Nitsch/ Olivier Messiaens

  • antoniatheresa

    Olivier Messiaen hat die Oper komponiert.
    Herrmann Nitsch war für die Inszenierung, Bühne, Kostüme…zuständig.
    Hast du vertauscht 😉

    • Marie

      Oh ja stimmt. Danke.
      Ich wollte noch hinzufügen, dass ich die Musik wirklich gut fand. Es war keine typische klassische Opernmusik. Es hatte eher etwas Begleitendes und Skurriles an sich.

  • scheiß kritik 2. Part

    FUCK! Ihr könnt leider nicht schreiben. Wer soll diesen Mist lesen? „Nitsch saß auch mit im Publikum, da es eine Generalprobe war. Zum Schluss hatte er ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht.“ Cool Story, bro. Was soll der Mist? Dabei hätte mich eine Rezension zur Oper wirklich interessiert… Zweite Kritik, die ich auf diesem Blog lese, und damit auch die letzte. Zum glück gibts ja mucbook und kulturvollzug: Niemand braucht euren Quatsch. Adios

    • blablabla

      Was soll das für ein Kommentar sein! Ich finde es unerträglich in welcher Form du es nötig hast andere Menschen mit Dreck zu bewerfen. Ich schätze die Anonymität des Internets gibt dir die Kraft für diesen Müll. Diese ekelhafte Mentalität alles beschimpfen zu müssen hat sich leider eingebürgert. Es wär ja möglich konstruktiv zu bewerten. Gemeinsam etwas zu verbessern. Doch solche Wichte wie du haben nur Vergnügen daran andere zu beleidigen. Verschon doch bitte die Menschen mit deiner Pedanterie. Also ganz dezent fick dich…. bro!

  • mako89

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass kulturell gebildete Menschen so einen Mist schreiben, wie unser neuer „Lieblingsmeckerer“. Uns an den Kopf werfen, wir könnten nicht schreiben, aber dann soooo intellektuelle Ausdrücke wie „Fuck“ oder „Bro“ verwenden. Das sagt ja schon alles. ^^
    Also, wenn irgendwer Verbesserungsvorschläge zu einer der Kritiken hier hat, darf er es gerne in einer angemessenen und nicht beleidigenden Weise kundtun.

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