Die letzten Dinge – Katrin Kazubko

Studiobühne TWM

KLICK

Die letzten Dinge von F.K.Wächter, ein Stücktext über das Leben und den Tod.

F.K.Wächter beschäftigt sich in seinem Text u.a. mit den Eigenheiten der Menschen.Was passiert, wenn diese unfreiwillig zum Vorschein kommen, weil man zusammen mit anderen in einem Raum eingesperrt ist.

Es entstand eine Art Big Brother, gestern auf der Studiobühne der Theaterwissenschaft München. Die Bühne wird zum Labor und zum Experiment und wir dürfen alle zusehen!

Der Ort, eine Bar. 10 Menschen darin eingeschlossen. Die Frage nach dem WARUM wird nicht beantwortet. Die Anfangsszene ist verwirrend und hat keinen Bezug zum Rest des Stückes. Leute kommen mit Stühlen in den Raum gerannt und halten sie sich vor die Brust. Ich habe mich auch noch am Ende gefragt, wie der Anfang dazu passt. Ich denke gar nicht, was ein bisschen schade war.

Das Stück von Wächter ist eine Szenensammlung. Man hat versucht ein in sich geschlossenes Stück zu arrangieren, was leider nur teilweise geklappt hat. Die einzige Geschichte die mich wahnsinnig berührt hat, war, wie Torsten Döbel sich wegen dem Mädchen in dem roten Pulli vor den Zug wirft. Großartig gespielt von beiden Schauspielern. Lisa-Marie Höke hatte nicht viel Text und nicht viele Szene, aber in diesen wenigen schaffte sie es, einem vom ersten Moment an zu fesseln. Es war kraftvoll, intensiv und zugleich soooooooo zerbrechlich!

Auch andere Schauspieler überraschten mich! Max Horch, Florian Holzmann und Maria Gelinger waren authentisch und ich nahm ihnen ab, was sie uns zeigten. Herr Gott und Frau Tod, die Strippenzieher, waren dagegen nicht so ganz klar. Sie sind manchmal ein bisschen untergegangen. Man wusste zwar irgendwann, wenn das Telefon klingelt und die Schuhe ausgezogen werden, stirbt wieder jemand aber warum und woran? Rätsel die leider nicht gelöst werden, die aber auch als Rätsel nicht spannend sind. Ich denke noch nicht einmal die Darsteller wussten, woran sie denn jetzt sterben.

Die Inszenierung verwirrt. Die verschiedenen Handlungsstränge sind schwer zu fassen. Es ist schwierig ein durchgängiges Handlungskonzept zu finden, was mit dem Text aber auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass hier mehrere Leute Regie geführt haben.

Speziell für mich, war es schwer den Akzent zu verstehen. Ich gestehe, gebürtige Brandenburgerin!

Trotzdem denke ich, es ist eine Inszenierung zu der man hingehen sollte. Allein schon wegen dem Mädchen mit dem roten Pullover!!! So süß, ich komm gar nicht drüber hinweg!

Als kleiner Tipp: Vorher das Programmheft durchlesen, sonst hat man es doppelt so schwer zu folgen.

Vorstellungen sind noch heute Abend und morgen Abend, jeweils um 20 Uhr.

(c) Marina Kolmeder

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

One response to “Die letzten Dinge – Katrin Kazubko

  • mako89

    Danke für die schöne Kritik, Marie! Ich hatte schon befürchtet, dass es die ein oder andere Verständis-Schwieigkeit geben könnte (nachdem wir das Stück ja in fünf Wochen komplett aufgebaut und gemeinsam entwickelt haben, ist für uns natürlich alles logisch ;-)), aber ich kann gerne Abhilfe schaffen. ^^ Aaaalso, wegen der Anfangsszene: Wir hatten ja die Barszene als Rahmenhandlung gesetzt, da es für uns am logischten war, dass sich dort verschiedene Personen aufeinandertreffen, die sich zum Teil auch schon kennen oder erst kennenlernen. Aber der abgeschlossene Raum sollte auch für das Leben im Allgemeinen stehen, in dem man ja auch nicht immer nach seinem eigenen Willen handeln kann und immer irgendwelchen Zwängen unterliegt. Da das ganze Stück absurd ist, wollten wir auch eine absurde Anfangsszene und Katrin ist auf die Idee gekommen, dass die Personen durch Gegenstände (in dem Fall die Stühle) wie durch eine höhere Macht in den Raum gezogen werden. Den Unterschied zwischen realistischeren und unrealistischen Szenen wollten wir ein wenig durch das Licht verdeutlichen. Das orange-blaue ist bei den Traum-Szenen (warum auch Torsten noch nach seinem „Tod“ mit seinem Vater interagieren kann), das pinke Szenen im Privatraum.
    Gott und Tod wollten wir schon als übermächtige Wesen darstellen, die aber auch versuchen, Kontakt zu den Menschen aufzubauen, menschlich zu handeln und auch zum Teil deren Schwächen annehmen.
    Die Figuren sterben an verschiedenen Sachen: Torsten wird von der U-Bahn überrollt, Anita wird sozusagen vom Zeichner ermordet (sie ist die Einzige, die nicht selbst die Schuhe auszieht), einige werden von Frau Tod persönlich erledigt, Luzie wird ertränkt… der Rest säuft sich eigentlich zu Tode. 😉

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