Das Prinzip Meese – Susi Weber

Halle 7

KLICK

„Das Prinzip Meese ist das Finden der eigenen Verwirrung“

Das erste Mal in der Halle 7 . Das Theaterstück Das Prinzip Meese von Oliver Kluck gewann 2009 den Förderpreis der neuen Dramatik des Berliner Theatertreffens und wurde nun von Susi Weber inszeniert.

Erst mal macht man aber eine halbe Weltreise, bis man den Spielort überhaupt gefunden hat, da er ganz hinten auf dem Gelände der Kulturfabrik ist. Größere Wegweiser wären nicht schlecht, vor allem im Dunkeln sieht man die kleinen  Schilder nicht. Wenn man den Weg einmal kennt ist es kein Problem, aber alle die zum ersten Mal hingehen sollten 5 Minuten extra einplanen.

Das Stück fand in der sogenannten duschBOX statt. Ein wirklich toller Raum, alles in Weiß und durch die Atmosphäre der Lagerhalle bekommt er einen ganz eigenen Charme.

Es ging los:

Ein grüner Pavillon indem die Schauspieler saßen und anfingen laut im Chor zu sprechen, wobei sie sich dialogisch mit einer Stimme aus den Boxen unterhielten? austauschten? War mir nicht so ganz klar.

Ein Schauspieler nach dem anderen kam dann in einem weißen Maleranzug raus, manchmal auch zu zweit, und sie redeten drauf los. Dialoge und Monologe, die teilweise durch ein Mikrofon gesprochen wurden. Es wurde gehaucht, geschrien, normal gesprochen, geflüstert. Man erzählte von unserer Gesellschaft, vom Problem der Medien (Fernsehen), von der Verdummung der Menschen, Einsamkeit, man weiß nicht wo man hin soll, was man werden soll usw…Von allem womit sich unsere Generation grad beschäftigt.

Ich muss gestehen, dass mir von dem Text nicht sehr viel im Gedächtnis geblieben ist. Ich kann euch keine Inhaltsangabe geben, da es keinen wirklichen Inhalt gab. Mich hat der Stil des Stückes etwas an Jelinek erinnert, wobei ich sagen muss, dass sie es besser kann. Es wurden Themen angesprochen, die schon oft durchgekaut, runtergeschluckt und wieder ausgespuckt wurden. Wenn man dem Zuschauer schon einen Spiegel vorhalten will, sollte man es geschickter machen.

Die Regisseurin Susi Weber hat nun versucht diesen wirklich schwierigen Text in eine Form zu bringen, daraus eine Inszenierung zu machen. Ich weiß nicht ob es ihr geglückt ist oder nicht. Es fällt mir schwer überhaupt ein Urteil darüber abzugeben. Ich ging aus dieser Inszenierung und wusste nicht so recht was ich damit anfangen sollte. Ich hatte und habe keine rechte Meinung dazu. Die Schauspieler waren gut aber das Zusammenspiel hat gefehlt. Die Inszenierung ist gut, aber viele Ideen sind nicht zu Ende gedacht.

Wo waren die Figuren? Sollte man nicht gerade bei einem so unkonkreten philosophierenden Text gerade Figuren einbauen um ihn besser zu verstehen?

Die Schauspieler hätten sich selbst gespielt hieß es hinterher. Es gab auch wirklich schöne Momente, aber ich hatte das Gefühl das in jedem vom ihnen noch so viel mehr steckt. Zu einem abstrakten Text eine abstrakte Inszenierung zu machen, ist vielleicht ein bisschen viel.

Ich hatte am Ende der Aufführung die Hälfte des Textes schon wieder vergessen. Durch die vielen langen Monologe gab es keine wirkliche Interaktion und keine Spannung, die die Inszenierung aber gebraucht hätte.

Dann ein Bruch und es wurde Sekt und Wiener an das Publikum verteilt mit der Aussage, das wir einfach alle feiern sollen. Das haben wir dann auch gemacht und ich hab mir noch ein Würstchen gemopst.

Fazit:

Ein schwieriger Text, Schauspieler die beim Applaus nicht sehr zufrieden aussahen und eine Regisseurin, die den Text zwar verstanden hat,  der es aber nicht geglückt ist  ihn in einer Inszenierung wiederzugeben und verstehbar zu machen.

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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