Der Sandmann – Manuela Muschner

Studiobühne TWM

KLICK

Als ich vor einer Woche den total geilen Flyer in der Hand hatte, dachte ich mir schon: Da muss ich hin!!! Ich wurde nicht enttäuscht.

Dieses großartige Bühnenbild raubte einem die Sinne. Eine herrliche Inszenierung, bei der tolle Ideen zu Ende gedacht wurden. Alles war stimmig und erzeugte eine außerordentlich gruselige Atmosphäre.

Nur 3 Farben(schwarz, weiß, rot), waren auf der Bühne zu sehen, was der Inszenierung einen Rahmen gab. Schwarze Luftballons, weiße Tischtennisbälle und das rote Olimpiakleid.

Nathanael wird von Ängsten aus seiner Kindheit heimgesucht. Er fürchtet sich vor dem Sandmann, der den Kindern die Seele mit dem Sand verdirbt und ihnen die Augen ausreißt. Er fürchtet sich vor Coppola, den er mit Coppelius verwechselt.  Dieser ist  Schuld an dem Tod seines Vaters und hat Nathanael dadurch die Kindheit geraubt. Nathanael verliebt sich auf der Uni in Olimpia, der Tochter von Prof. Spalanzani, und merkt nicht das sie nur eine Holzpuppe ist. Der Wetterglashändler Coppelius, verkauft ihm ein Glas. Dieser  Kauf ändert alles und er verfällt dem Wahnsinn.

Philip Rankl-Bartl, Nathanael, spielte sich so wunderbar gruselig in den Wahnsinn. Man bekam richtig Angst beim zu schauen. Kilian Trapp und Maria Gabriela Mele, spielten die restlichen Figuren. Manchem mehr, manche weniger gut. Maria Gabriele Mele glänzte in ihrer Rolle als Spalanzani und Kilian Trapp war vor allem als Coppola und Coppelius überzeugend. Alles in allem war es ein wunderbares Zusammenspiel der drei Darsteller gewesen. Es gab noch vier Nebendarsteller, deren Aufgabe ich allerdings nicht begriffen habe.

Am Anfang noch etwas langatmig, bekommt das Stück später so einen „Drive“, dass man sich dem nicht entziehen kann. Der Höhepunkt des Stückes war der Tanz von Olimpia, Steffanie Helmchen. Sie schafft es exakt die Bewegungen einer Puppe nachzuahmen und macht nicht einen einzigen Fehler. Das war wunderbar anzusehen, man verliert sich in ihren Bewegungen und erschreckt gleichzeitig davor. Allein schon wegen dieser Szene lohnt es sich, diese Inszenierung anzuschauen.

Manuela Muschner schafft es den Wahnsinn und die Psychose von Nathanael so glaubwürdig darzustellen, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Die Studiobühne wurde zur Folterkammer der Träume und Wahrnehmungen. Was ist Real und was Traum? Was wenn der Traum Realität wird und die Realität zum Traum? All diesen Fragen geht diese Inszenierung nach und zum Schluss weiß man nicht mehr, wo oder wer man ist. Man kann nicht mehr unterscheiden zwischen Traum und Wirklichkeit, weder die Figuren noch die Zuschauer.

Ein Schweigen breitete sich aus, nachdem das letzte Licht erloschen war und etwas Mystisches lag in der Luft.

 

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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