SUN CITY – Stanislav Bogdanov

ACUD Theater

KLICK

Stanislav Bogdanov und seine Partnerin Jelena Bolsuna sind die Theatergruppe KAVARDAK. Die Pantomimen-Künstler traten mit ihrer Inszenierung Sun City im ACUD Theater auf. Schon 2011 war die Inszenierung hier zu Gast.

Es werden Stadtbilder gezeigt. Wir sind in Sun City, die Stadt in der es immer regnet. Leinentücher symbolisieren Häuser. Lichteffekte und Nebelmaschinen bringen den düsteren Touch. Mit unzähligen Requisiten zeigen die beiden Bilder, Motive, Szenen die surreal, burlesk und grotesk sind. Trotzdem erkennen ich die Melancholie und Einsamkeit, die der Stadt und ihren Bewohnern oft nachgetragen wird. Ich komme mir ein bisschen vor wie zu Zeiten des Expressionismus. Aber recht haben die beiden teilweise schon mit ihren Stadtbildern. Die Frau und der Mann begegnen sich nie, sie sind immer auf der Suche nach der vermeintlichen Sonne und dem Glück. Sie verzweifeln. Hier werden zwei Typen dargestellt, der einsame Mann und die exzentrische Frau. Beide verschwinden vermeintlich im Stadtgetümmel, dann ist Pause.

15 Min Pause die nicht unbedingt hätten sein müssen, aber gut. Geschmackssache. Dann geht es weiter. Der zweite Teil bleibt meiner Meinung nach leider hinter dem Ersten zurück und die Auflösung des ganzen, in einem Bild bestehend aus Strandkörben auf denen „The End“ steht, wirkt komisch nach den melancholischen Stadtbildern und  will nicht so recht authentisch sein.

Stanislav Bogdanov beherrscht die Kunst der Pantomime perfekt, seine Bewegungen, Gestiken und Mimiken sind perfekt abgestimmt und kommen im richtigen Rhythmus. Jelena Bolsuna hingegen bleibt etwas hinter ihrem Kollegen zurück. Ihre Bewegungen sind nicht ganz so statisch und dramatisch lächerlich wie die von Bogdanov. Auch ihr Gesicht spielt nicht so gekonnt mit den Feinheiten der Mimik. Schade, sie sind eigentlich das perfekte Paar.

Trotzdem ist es sehenswert, lustig und traurig, komisch und tragisch. Pantomime,  einer der ältesten Theaterformen schlechthin, die uns auch noch heute erfreut. Ich persönlich halte es für große Kunst, wenn man es beherrscht, den Menschen ohne Sprache eine Geschichte erzählen zu können. Hier waren es nun mehrere kleinere Geschichte, die sich trotzdem zu einem großen Bild zusammensetzen (wenn man das Ende mal ausblendet) und uns zum nachdenken anregen, wie unsere Stadtgebilde doch eigentlich von außen aussehen.

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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