Macbeth – Luk Perceval

Thalia Theater

KLICK

Luk Perceval inszeniert Macbeth am Thalia und konzentriert sich auf die Angst von Macbeth und Lady Macbeth, auf die Psyche des mörderischen Paares. Das sind für ihn die Themen des Abends.

Leider springt sowohl die Angst, noch die Konzentration auf die Psyche des Paares, nicht in den Zuschauerraum über.

Das Ehepaar stöhnt und schreit und gibt komische Laute von sich, die nicht begründet warem. Am ehesten hat man es noch bei Lady Macbeth verstanden, warum sie auf einmal den Tisch umwirft und den Rotwein verschüttet. Ihr Ehemann hingehen war mir völlig suspekt. Bruno Cathomas als Macbeth war eher nicht so überzeugend und auch die anderen Figuren mussten sich der immer gleichen Stimmung und Spannung unterordnen.

Perceval versuchte hier sich auf die ruhigen und psychischen Momente zu konzentrieren, was allerdings in fades Theater abrutschte in dem nur Text aufgesagt worden ist. Es gibt keine Steigerung in den Wahn des Macbeth, es gibt keine Gründe für deren Ausraster, keinen Spannungsbogen. Der fast durchgehende Flüsterton machte es zudem schwierig etwas zu verstehen. Die Figuren bewegten sich nicht, sie waren gefangen in der Starrheit der Inszenierung. Man konnte die Augen schließen und zuhören, wie bei einem Hörspiel,wenn man die Augen wieder öffnete hatten sich die Schauspieler nur minimal bewegt.

Allerdings war das Bühnenbild der Wahnsinn. Tische die von der Decke hingen und ein Haufen Schuhe auf dem Boden, worüber die Darsteller immer wieder stolperten. Auch die Idee die Hexen nackt, kriechend und mit langen Haaren dazustellen, die alles nötige verdeckten, war gut gedacht. Sie krochen auf den Tischen und an der Wand herum, waren immer präsent und gaben doch nie ihr Gesicht zu erkennen. Dass der Kammerdiener des Macbeth, die Geisterstimme war, die ihn in den Wahn treibt fand ich durchaus gelungenen und einen stimmigen Regieeinfall.

Trotzdem war ich sehr enttäuscht, als ich das Theater verließ. Diese Inszenierung ist fad und langweilig und hat es der Schulklasse vor mir leicht gemacht mit ihren Handys herumzuspielen und Süßigkeiten zu essen.

Die Inszenierung an den Münchner Kammerspielen von Karin Henkel hat mir besser gefallen. Sie war poppiger, verständlicher und nachvollziehbarer.

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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