I Don`t Belive In Outer Space – The Forsythe Company

Kampnagel

KLICK

Die Forsythe Company bei Kampnagel. Hier zeigte sie ihre neuste Produktion I don`t belive in outer space.

Kurze Zusammenfassung: Man muss nicht an das Übernatürliche glauben, die Welt an sich ist schon verrückt genug.

Bei dieser Inszenierung steht deutlich der Text, live und vom Band, im Kontrast mit der Bewegung. Es werden kleinen Alltagsszenen gezeigt, die ins Groteske gezogen werden. Dana Caspersen verkörpert zum Beispiel eine Szene aus einem Film von David Lynch: Zwei Nachbarn unterhalten sich an der Haustür. Sie bewegt ihren Körper statisch und ruckartig, dann wieder flüssig, je nachdem welche Figur sie gerade einnimmt. Den bösen Nachbarn oder die gute Nachbarin. Hinzu kommt, dass sie wunderbar ihre Stimme verstellen kann und es auch stimmlich ins Groteske abdriftet. Es wird mit Text gespielt, mal live, mal vom Band, mal wird er synchronisiert. Mal Englisch, mal Deutsch, mal Französisch, mal Japanisch. Es gibt eine Vielzahl von Figuren. Geschichten werden angefangen aber nicht beendet. Szenen werden angefangen und laufen ins Leere,  man schweift teilweise ab.

Ein ständiger Wechsel zwischen Chaos und Stille, zwischen Einzel-und Massensequenzen. Die Tänzer zeigen was sie können, doch wo das alles hingeht weiß man irgendwie nicht. Es tauchen dekonstruierte Ballettelemente auf, die für Forsythe typisch sind und doch zeigt jeder Tänzer worin er geschult wurde.

Die Musik ist live und wird in dem Moment oben am Technikerpult gespielt. Der Komponist Thom Willems richtet sich nach den Tänzern, nicht andersrum. In einem Zuschauergespräch nach der Vorstellung mit William Forsythe erfährt man so einiges. Er hat vor allem auch viel Humor und bringt im 5-min Takt die Zuschauer zum Lachen und die Dramaturgin in Verlegenheit.

Forsythe setzt viele Intertexte ein, sowohl aus Film und Musik. Er benutzt Popsongs und zerstückelt sie, gibt sie Figuren, die sie als ihre eigenen Texte annehmen. Mir ist der Song „I will survive“ von Gloria Gaynor im Gedächtnis geblieben, der oft eingesetzt wurde und teilweise wunderbar ins Lächerliche gezogen wird.

Es ist eine erfrischende Arbeit, die man sich anschauen kann.

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( Quelle: http://www.theforsythecompany.com/idontbelieveinouterspace.html )

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Über Marie

Studium der Theaterwissenschaft an der LMU München und MA Performance Studies an der Universität Hamburg. mariegolueke.de Zeige alle Beiträge von Marie

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