„Die Stadt ist krank“ – Ödipus Stadt am Deutschen Theater, Berlin

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Ein dunkler Saal, Kinderstimmen lesen die Einleitung zum Stück, wobei ich davon ausgehe, dass sie warscheinlich gar nicht wissen, was sie da lesen. Es folgt: „Ödipus Stadt“ unter der Regie von Stephan Kimmig, ein Stück bestehend aus drei Stücken, nämlich „Ödipus“, „Sieben gegen Theben“ und „Antigone“, in nicht ganz chronologischer Abfolge.

„Schlimm zu wissen, was dem Wissenden nicht nutzt“, ein Zitat des Stückes, welches die Situation der Zuschauer an diesem Abend, nicht besser hätte beschreiben können. Wer unterhalten werden wollte, fühlte sich bei dieser Inszenierung am Deutschen Theater falsch aufgehoben, zumindest die ersten 90 Minuten. Ein Blick nach rechts und links offenbarte mir mehrere geschlossene Augen und weggenickte Herrschaften. Einige verließen sogar den Saal. Diese allerdings sollten etwas verpassen. Denn nach einem ermüdenden Anfang, der aufgrund spärlich eingesetzter physischer Bewegungen der Schauspieler und viel Text nicht enden wollte, gab es doch noch eine überraschende Wendung. Der zweite Teil jagte wieder Spannung in die eingeschlafenen Körper der Zuschauer, da er durch das Zusammenspiel von Musik, Licht, Bühne und Schauspieler endlich die Dynamik brachte, nach der sich gesehnt wurde. Schauspielerisch stach hier ganz besonders Susanne Wolff (s. Foto) in der Rolle des Kreon heraus. Ihr plötzlicher Wandel vom zurückhaltenden Berater zum machtgeilen, verblendeten König von Theben, war mitreißend und faszinierend zu beobachten. Also, für alle die möglichst viel antiken Dramentext in möglichst wenig Zeit konsumieren wollen, lohnt es sich das Stück zu besuchen. Für diejenigen die sich unterhalten und sich das ein oder andere Mal auch zurücklehnen und berieseln lassen wollen auch, aber dann kommt doch lieber erst zur zweiten Hälfte.

Foto: http://www.deutschestheater.de

 

 

 

 

 

 

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