… wenn man trotzdem lacht – „Die nötige Komödie“ im Rationaltheater

Rationaltheater München

 

Was brachte Menschen heute und früher zum Lachen? Was bedeutet Humor für unsere Gesellschaft? Diesen und anderen Fragen stellt sich „Die nötige Komödie“ unter der Regie von Ulrich Eisenhofer, die am Münchner Rationaltheater gezeigt wird. Geschrieben wurde sie von Benno Heisel und von der Gruppe Fake[to]Pretend in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding erarbeitet.

Eine Komikerin findet sich an einem mysteriösen Ort wieder, an dem sie und einige Kollegen gefangen sind. Es gibt nur zwei Auswege: entweder sie müssen sich vor einem Komitee beweisen oder durch eine Art Hölle flüchten, die sehr an Dantes Göttliche Komödie erinnert. Die Künstler müssen also einen ausgeklügelten dienoetigekomoediePlan schmieden, um wieder in die Realität zurück zu kommen. Dabei durchlaufen sie alle Formen den Unterhaltungsprogramms – Slapstick, Comedy, Revue… – und müssen feststellen, dass letztendlich alles nur auf Hitlerwitze hinausläuft. Dabei wirken die Handlungen der Darsteller immer improvisiert, was auch herrliche Streitereien und abstruse Diskussionen mit sich zieht.

Die größte Teil dieses Theaterabends ist überaus unterhaltsam und dabei auch noch lehrreich. Oder wussten Sie beispielsweise, wie der älteste überlieferte Witz der Welt lautet?  In der zweiten Hälfte kommt zu den zwei Akteuren auf der Bühne und dem Kollegen hinter der Bar noch eine unheimliche Dame, die ihren Körper zu einem Instrument der Kunst umfunktioniert hat. Was das noch genau mit dem Thema Humor zu tun hatte hat sich mir leider nicht ganz erschlossen, ebenso wie die sehr absurde Kochshow gegen Ende. Davon abgesehen machen die Musik und die Situationskomik aber große Freude! Auch die Darsteller stecken einen mit ihrem Spaß am Spiel an. Zwar sind nicht alle schauspielerisch perfekt, aber sie bringen uns zum Lachen und das ist doch die Hauptsache!

Sehr gelungen ist das wandlungsfähige Bühnenbild von Edoardo Colaiacomo, neben toller Revuebeleuchtung auch noch vier weiße Jalousien beinhaltet. Diese dienen nicht nur als Vorhang, sonder auch als Projektionsfläche für ziemlich schräge aber passende Videoprojektionen.

Alles in allem ein spaßiger Theaterabend der dank kühler Getränke an der Bar und Gratis-Fächern an der Kasse auch bei heißen Temperaturen Spaß macht! Die kommenden Aufführungstermine findet ihr bei unseren Veranstaltungstipps oder auf der Webseite des Theaters.

http://www.rationaltheater.de/cms/index.php/rationaltheater.html

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Über mako89

Marina Kolmeder studierte von 2009 bis 2014 Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Bereits in ihrer Zeit am Gymnasium Mainburg war sie viele Jahre lang am Schultheater beteiligt und so widmete sie sich auch nach dem Abitur der Welt des Theaters. Sie arbeitete bereits als Regieassistentin und -Hospitantin in verschiedenen Münchner Theatern, etwa bei der Inszenierung von Emmerich Kálmáns "Zirkusprinzessin" am Gärtnerplatztheater oder Yael Ronens "Plonter" im theater...und so fort. Ihr Debüt als Regisseurin feierte sie 2012 mit "Tango" von Slawomir Mrozek an der Studiobühne München, 2013 folgte eine historisierende Inszenierung von William Shakespeares "Der Sturm" in München und Osterhofen. Mittlerweile spezialisiert sie sich in Forschung und Praxis auf das bairischsprachige Theater aller Genres und Epochen. Für Theater to Go ist sie seit 2011 tätig, seit 2014 als Leiterin. Zeige alle Beiträge von mako89

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