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„I can’t stop coming“ – multiple Orgasmen auf der Probebühne 3/ Münchner Kammerspiele

Mutig, aber zuweilen etwas platt kommt die Inszenierung des 2. Jahrgangs Regie daher. Von allem ein bisschen zu viel – das ist der Eindruck, den ich schon beim Betrachten des Bühnenbilds habe: Liegestuhl, Boule-Ausrüstung und Schaukelpferdchen sind da nur der Anfang. In den ersten Minuten schleppen die fünf Protagonisten noch so allerhand auf die mit Granitsteinchen übersäte Bühne.

Die „theatrale Collage“ von Katharina Bianca Mayrhofer ist dazu laut – die Darbietung umfasst Minnesang, Stöhnen, Laute (wobei man nicht immer sagen kann, was sie darstellen, aber das ist wohl so gewünscht) und Texte u.a. von Valentin Brenner und Walther von der Vogelweide. Besonders herausstechend sind aber die Gedichte, die aus Kommentaren von Youporn-Filmen entstanden sind. Ja, man kann dort auf der Plattform direkt Feedback zum Gesehenen geben.

Dabei ist der Ansatz gut: die übersexualisierte Gegenwart in der immer grenzenloser werdenden Gesellschaft bildet den Mittelpunkt der Inszenierung. Das Stück schwächelt deshalb, weil die Erkenntnisse, die es hat, nicht neu sind und auch nicht weiterführend. Die sexbetonte Moderne hat schon allerhand Beachtung gefunden, die Einwände sind nicht überraschend. „Das hier ist ein Porno und keine Amazon-Rezension“, sagt die Pornodarstellerin zum jungen Mann, der mit seinen Gedanken ins Philosophische abzuschweifen vermag. Dass gerade die Generation Y immer mehr abstumpft und sich keine Zeit mehr nimmt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, ist sicherlich richtig beobachtet.

Es wollen aber zu viele Themen hier Beachtung finden. Die Frau als Objekt, die nur für die männliche Lust da ist auf der einen Seite, die uns erlösende Liebe auf der anderen. Spätestens im Epilog, als Freuds Penisneid ausführlich zur Debatte steht, weiß ich nicht mehr, wo die Inszenierung hingeht.

Ein lustiger Einschub sind die expliziten Erklärungen einiger etwas nicht ganz so bekannter Sexpraktiken wie z. B. Bukkake. Die Liebe, die auch mit ins Spiel kommt, wirkt hier dann aber irgendwie fehl am Platz.

Mit: Nurit Hirschfeld, Eva-Maria Kapser, Ilja Roßbander, Frederik Schmid, Alina Stiegler, Jeff Wilbusch. Mehr zum Stück hier.

 

 

 


Bersten – Violet: Muffathalle/Relations // Meg Stuart

Es wächst, pulsiert und lebt. Ein Baum, der zum getanzten Uhrzeigersinn des zweiten Tänzers von rechts (Name leider nicht herauszufinden) wächst. Ein Zyklus des Lebens, die Geschwindigkeit nimmt zu, die Lautstärke, und wenn der Höhepunkt erreicht ist – ist Schluss. Beim ersten Mal bin ich verwirrt, beim zweiten Mal genervt. Ich verbringe die anderthalb Stunden versunken in eben jenen Uhrzeiger, den Tänzer mit den gleichsam aus seinem Körper wachsenden Armen, der über eine unglaubliche Körperspannung und –präsenz verfügt. Die anderen Performer sehe ich gar nicht richtig, ich scheitere beim Versuch. Das Bühnengeschehen beginnt mit ihm, seinen Händen, den kreisenden, ausgreifenden, zeigenden Bewegungen seiner Arme. Meg-Stuart-Arme. Als die Beine ins Spiel kommen, scheint das schon nicht gut gehen zu können. Und gut gehen soll es irgendwie auch gar nicht. Auch gefallen nicht, die Musik trifft den Nerv der Bewegung und raubt mir somit meinen letzten. Ich überlege bereits zu gehen, kann und will aber doch nicht – im zweiten Anlauf nimmt das Stück plötzlich neue gruppendynamische Züge an, die mich nicht loslassen. Ein Menschenknäuel rollt übereinander, es wächst mit jedem neuen Tänzer. Ein Konstrukt aus Bewegung hat sich tief in den Raum hineingeschrieben, voll Leidenschaft, ohne Allüren, ohne Zweifel. Das ist bewundernswert. Abgesehen von der Leistung der Tänzer am wohl bisher heißesten Tag des Jahres. Wirklich bewundernswert.

Aber warum darf am Ende eines Wirbels aus Körpern und Klängen nichts als der stroboskop-geleitete Stillstand stehen? Ist das der Super-Gau unseres Lebens? Ich gehe tief frustriert, flüchte regelrecht. War ich nicht in der passenden Stimmung? Eventuell gibt es für dieses Stück auch keine. Der Sog war da, die Bewegung floss in meinen Körper über, ich wollte so gerne mitmachen, ausbrechen, bersten. Violet kann nur in Trance leben.

Besuchte Vorstellung: 18.06.2013, weitere Vorstellung 19.06.2013, 20.30 Uhr


Hautnah – Münchner Kammerspiele/Relations: Nine Finger // Alain Platel

Unsagbar traurig der Applaus, als das Stück endet. Man kann es wirklich hören – es klingt dumpf und verloren, erst, als sich das Publikum etwas gefangen hat, belohnt es diebeiden Darstellern nochmal mit anschwellendem Applaus und Bravorufen.

Ich wollte gar nicht klatschen, verzerrt es doch dieses Theatererlebnis auf Augenhöhe zu einer Grimasse. Das Stück könnte einfach so enden. Die beiden Darsteller, Fumiyo Ikeda (vom Tanzensemble Rosas) und Stijn Van Opstal (Schauspielerkollektiv Olympique Dramatique), sehen auch so aus, als wären sie lieber einfach so gegangen.

Kindersoldaten. Das Wort allein ist schon so paradox in sich, dass man lieber nichts weiter dazu hören möchte. Irgendwo denkt man sich ja sowieso, dass man als gebildeter Student dank Arte und 3Sat alle Übel dieser Welt schon mal mitbekommen hat. Nach dem Stück meint ein Freund von mir, er fragt sich, wie diejenigen das Stück aufnehmen, die aber mit dem Thema, dem Wort Kindersoldat noch nie etwas zu tun hatten. Geht das denn? Kann man gar nichts davon wissen, haben wir nicht inzwischen alle irgendwo verstaubte Erinnerungen irgendwo gesammelt, und wenn die Synapsen nur einmal wollen…? Aber vielleicht geht das. Es wäre das Experiment absolut wert. Was das Stück bietet, ist nicht neu, aber immer noch kontrovers. Es zeigt die Hässlichkeit dieser Welt in all ihrer Alltäglichkeit – meines Erachtens genau das, was wir Menschen am allerwenigsten sehen wollen. Tanz und Schauspiel haben die Funktion, den Missbrauch am Kinderkörper aufzuzeigen, ohne das spielende Kind, völlig ad absurdum geführt in das „Grausamkeit“ spielende Kind, zu vergessen. Skurrile, leichte und irritierende Momente entstehen dadurch. Der Versuch, der eigenen Angst zu entkommen. Das Kind, das nicht mehr möchte, sich steif macht, sich mitschleifen lässt statt aufzustehen – das kennen wir aus dem Supermarkt. Wie lächerlich im Vergleich! Bewegungen, die anfangen, aber aufhören müssen. „I want to dance, but I don’t think my brain remembers how to do it.“

Die schwarze Farbe, die Schattierungen, die sie an beiden Körpern und den Requisiten zurücklässt. Ein Bild für Misshandlung in allen Facetten. Das Stück ist laut und hart, wenn van Opstal das Mikrofon gegen den Boden, seinen Kopf und seine Kollegin prügelt tut das nicht nur bildlich weh. Die Kompromisslosigkeit und Hingabe der Darsteller macht das Stück so echt und hautnah – und unerträglich.

Mit den Worten von Bart Meuleman (2007) wird das Dilemma auf den Punkt gebracht: „For Nine Finger I remain seated. Somehow or another I am enjoying it anyway. The perverse thing about theatre is that without this pleasure it cannot exist.“

Besuchte Vorstellung: 13.06.2013, weitere Vorstellung: 14.06.2013, 19 Uhr


Wasserballett – Münchner Kammerspiele/Relations: Reading // Tian Gebing

Gleich Mönchen im Jogginganzug betreten Sie einer nach dem anderen die Bühne, gleichmäßig versetzt und verteilt, die Körper hängend nach unten gleich schlecht aufgeräumten Marionetten. Und sie lesen. Lesen Texte, die auf dem Boden liegen, Texte aus dem Regierungsbericht der Republik China 2012, einen Text zur Geburtsplanung, Texte aus dem Schulbuch. Für den Choreographen keine „organischen“ oder „humanen“ Texte, dissoziiert vom Körper, unnatürlich und in keiner Relation zum Menschen stehend. Und eben diese nicht vorhandene Beziehung wird in Tian Gebings Körpertheater „Reading“ so lange durchexerziert, bis es unerträglich wird.

Die Ode an China, als die es beginnt, wird schnell und leicht ad absurdum geführt. Die Tänzer schälen sich beim Lesen zunehmend aus den Jogginganzügen, schütteln sie ab, schlüpfen in Badeanzüge. Assoziationen an Sportathleten aus dem Reich der Mitte werden wach. Ein choreographierter Vortrag, chorisches Sprechen, Rhythmik. Das Stück hat seinen eigenen Takt. Die Spielarten des Lesens scheinen ebenso unbegrenzt wie die Bewegungspalette der Darsteller. Ob mit einer Art Lesevorrichtung, die sich als auf den Schultern ruhender Klappstuhl herausstellt, oder über den Boden wirbelnd, kugelnd, als eigenwilliges Rockkonzert oder als getanzter Lebenslauf.

Die Körpersprache changiert zwischen Volksarmee-Marsch, Akrobatik und Kampfsporteinlagen, in jedem Fall aber eine dem Tanz nahe Sprache. Sobald es dann anfängt aus dem Schnürboden zu regnen wird der vorher begonnene „Tanz“ leichter, fließender, steigert sich solange, bis er wieder in einen Kampf mündet, der gar nicht mehr zu enden scheint. Ein Körper-Text, denn das Lesen hört nicht auf, die erste Reihe wird ordentlich nass, und die Darsteller zaubern auf der Bühne. Die Atmosphäre ist schwer zu beschreiben, nimmt einen aber unweigerlich sofort gefangen. Die Choreographie lässt sich viel Zeit, verharrt so lange in den Verstrickungen der unzusammenhängenden Texte, bis sie nur noch sich selbst dienen darf. Körpertexte. Wem fällt da nicht Pina Bauschs „Vollmond“ ein?

Besuchte Vorstellung: 10.06.2013


Spuren der Lebenslügen im Sand – Seltsames Intermezzo: Kammerspiele // Ivo van Hove

130525_Seltsames Intermezzo 8 (1)

© Jan Versweyveld

130525_Seltsames Intermezzo 8 (2)

© Jan Versweyveld

„Der Klang ihrer Stimme ist wie Feuer in meinem Kopf.“ Es lässt sich gar nicht genug zu diesem Stück sagen, um es treffend einfangen zu können, es brennt sich mit seinen über vier Stunden Dauer dem Zuschauer in Herz und Hirn ein. Es nimmt einen mit, fegt einen davon, bringt zum Lachen, lässt verzweifeln, steht völlig still und pocht und atmet unaufhörlich.

Die Darsteller rennen, kriechen, hüpfen barfuß über den feinen Lavasand, der von einer schräg nach vorne geneigten Ellipse eingefasst wird. Sonst nichts. Keine Requisiten, kein weiteres Bühnendekor. Knirschender feiner Sand, der überall Spuren hinterlässt. Nach fast jeder Szene wird er in Tennisplatz-Manier mit einem Rechen abgezogen, die Spuren im Sand verwischt. Die Regelmäßigkeit und Hingabe dieser Aktion gibt dem Stück seinen Rhythmus, egal, ob durch Statist, Bühnentechniker oder Hauptdarsteller ausgeführt.  Aber das Geschehene kann nicht ausradiert werden, im Gegenteil, über die bloßen Füße scheinen sich die Figuren in der Geschichte zu verwurzeln. Steht die Erinnerung am Anfang, so findet sich die Lebenslüge am Ende. Wenn eine Ellipse nicht Anfang und Ende in sich begreifen würde…

Seifenopernalarm! Aber gewünscht. 25 Jahre umspannt die Handlung, mittels Maske und Spiel erleben wir das Männerkarussell um Nina Leeds (Sandra Hüller in Höchstform), die ihr Leben darauf verwendet, ihrem gefallenen Geliebten nachzutrauern. Dieser Verlust wird durch verschiedenste Kompensierungsversuche in Form von Heirat, Ehebruch und Kinderkriegen schließlich ad absurdum geführt: das Entlarven der Erklärbarkeit aller menschlichen Regungen, der 1+1=2 Logik, die sich nicht durchsetzen kann in den Nuancen des Daseins. Diese kleinen Nuancen werden wunderbar durch die zwischengezwitscherten Gedankengänge jeder Figur zur Äußerung gebracht, offenbaren die oftmals tragische Komik des Alltags und die Skurrilität unserer Umgangsformen. Hier werden Klischees gezeigt, geprüft, gebrochen und doch bewiesen.

Das Einschreiben eines Namens in den Sand, eine fantastische Jesuspose auf Kies, Geschlossene Gesellschaft. Wiederholt taucht die Idee „Besitz“ als Schreckgespenst der menschlichen Beziehungen auf, die sie quälend langsam zerreißt. Muss uns ein Mensch gehören, damit wir glücklich sind? Müssen wir genau wissen, wie die Besitzverhältnisse sind? 1 Mann + 1 Frau = 1 gemeinsames Kind. Damit ihr Kind nicht verrückt wird, wie in der Familie ihres Ehemannes Sams (fantastisch: Marc Benjamin) schon so oft vorgekommen, treibt Nina ab, um Sam ein gesundes Kind mit Ed als Vater zu schenken. Wer hat Anspruch auf wen – weswegen? „Nach allem, was wir ihm geopfert haben…!“ (1 Mann + 1 Frau) + 1 Mann = 1 Kind. Wer ist der Mann zu viel, wo soll man die Klammer setzen? Und zu Guter Letzt noch der Onkel Charlie, das Muttersöhnchen, dass von Nina in eine Art Ersatzvaterrolle gedrängt wird, zu der zurück es sie drängt. Sein „Leben pflückt Rosen“. Dennoch hat man nicht das Gefühl, es wäre alles gesagt: am Ende stehen mehrere Leben unausgesprochen nebeneinander herum und wissen nicht mehr weiter, aus Angst, aus Erfahrung, aus Resignation. Der Zyklus beginnt erneut, Ninas Sohn, verabschiedet sich, die zukünftige Ehefrau im Arm, von seiner Mutter. „Söhne sind wie ihre Väter, sie gehen durch die Mutter hindurch, um wieder ihr Vater zu werden.“

Besuchte Vorstellung: 25.05.2013, weitere Vorstellungen 30.05./09.06. jeweils 18 Uhr, 02./22./29.06, jeweils 19 Uhr


Münchner Kammerspiele – Fegefeuer in Ingolstadt

Susanne Kennedys Inszenierung von „Fegefeuer in Ingolstadt“ an den Kammerspielen lässt sich mit einem Wort beschreiben: Interessant. Dass interessant beim Theater aber auch unglaublich anstrengend bedeuten kann, habe ich hier wieder einmal zu spüren bekommen. Für alle, die „Fegefeuer in Ingolstadt“ nicht kennen, lohnt es sich, die Inhaltsangabe vorher zu studieren. Teilweise sind Zusammenhänge schwer zu verstehen, was der Sprache Fleißers geschuldet ist.

Das Geschehen spielt sich unter Schülern ab, die als solche aber nur aufgrund von Kostüm und Maske nicht zu erkennen wären. Olga (Çigdem Teke) erwartet ein Kind von Peps, der aber eine neue Freundin hat. Ihr Mitschüler Roelle, gespielt von Christian Löber, ist Außenseiter und wird von den anderen als hässlich und stinkend beschimpft. Er erpresst Olga mit dem Wissen um einen von ihr geplanten Schwangerschaftsabbruch und stellt ihr nach, was die Eifersucht von Olgas Schwester Clementine (Anna Maria Sturm) weckt. Schließlich sieht sich Olga gezwungen, ihrem Vater von der Schwangerschaft zu berichten, da Roelle Gewalt anwenden will, um ihr nahe zu sein. Die junge Frau trifft nicht auf das erhoffte Verständnis und versucht, sich zu ertränken, wird aber von Roelle gerettet. Weitere Figuren sind Protasius und Gervasius, die ursprünglich als undurchsichtig beschrieben und hier etwas ins Lächerliche gezogen sind.

Weil er einem Hund die Augen ausstach, ist Roelle unterdessen von der Schule geflogen. Er gibt sich als Vater von Olgas Kind aus. Roelle glaubt nach einigen Streitereien mit Olga, dass er an ihrer neuen Außenseiterrolle schuld ist und will beichten. Den Beichtzettel isst er aber auf, weil er sich dann doch nicht traut.

Das Bühnenbild von Lena Müller ist schlicht weiß gehalten. Es ist ein Raum in einem Haus dargestellt, an der Wand hängt ein Kruzifix. Der Bezug zur Religion ist allgegenwärtig. Das Licht flackert und schafft eine bedrohliche Atmosphäre. Ich habe zuerst an ein Irrenhaus gedacht, als ich die Bühne und die Figuren gesehen habe. Denn alle wirken krank, nicht zurechnungsfähig und erstarrt. Jeder bekämpft hier jeden, ein Miteinander gibt es nicht. Der Ton kommt vom Band. Die Schauspieler sind also in den rund 100 Minuten angehalten, das Playback mimisch einzuhalten. Das gelingt (bewusst?) nicht immer. Kennedy hat Peps und Hermine zudem ganz gestrichen und das Stück gekürzt.

Was am Anfang noch interessant wirkt – diese künstlich anmutenden Geschöpfe, die mehr Puppe als Mensch sind und nicht wirklich von der Stelle kommen – wird im Verlauf der Vorführung langweilig. Denn schon nach kurzer Zeit ist der weitere Verlauf absehbar. Ich ertappe mich dabei, mit den Gedanken abzuschweifen. Neben mir schnauft eine ältere Dame zunehmend genervter und als Roelle in der Szene mit dem Beichtzettel seine Handlungen immer wiederholt, bewegt sich der Zuschauer an der Grenze zum Ertragbaren.

Die letzte Szene dreht sich um eine Gebets-Litanei, die nicht enden wollend wieder und wieder und noch einmal von allen Darstellern eingesprochen wird. Trauten sich vorher nur wenige Zuschauer aus dem Saal, steht jetzt ein ganzes Rudel auf; einige klatschen verfrüht Beifall, um dem Geschehen auf der Bühne ein Ende zu machen. Jemand ruft „Na dann geht doch nach Hause, wenn ihr sowas nicht ertragen könnt.“ Recht hat er. Applaus gibt es trotzdem viel; als die Regisseurin die Bühne betritt, kassiert sie allerdings viele Buh-Rufe. Wer einen Hang zu Fleißers Texten hat und nicht auf leichte Kost steht, dem sei die Aufführung ans Herz gelegt. Ansonsten würde ich das Stück – obschon einige interessante Momente aufflackern – nicht zur Empfehlung aussprechen.

Es spielen: Christian Löber, Anna Maria Sturm, Çigdem Teke, Heidy Forster, Marc Benjamin, Walter Hess, Edmund Telgenkämper. Weitere Vorstellungen sind am 17.02., 24.02., 04.03., 15.03., 21.03. sowie am 30.03.2013.


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