Zweites Treffen der Münchner privaten Schauspielschulen 2014

Am Mittwochabend, den 20.12.2014, steige ich mit einer Freundin die moosbewachsene Steintreppe, die in die Eingeweide des „theater…UND SO FORT“ führt, hinunter. In dem schmalen Flur drängen sich viele junge Menschen, fröhlicher Lärm schlägt uns entgegen, Begrüßungsrufe schallen quer durch die Schlange. Man kennt sich untereinander.

 

Es ist das zweite Treffen der Münchner privaten Schauspielschulen.

Ein Wettbewerb, den Heiko Dietz, Betreiber des „theater…UND SO FORT“ sowie der privaten Schauspielschule TheaterRaum München, letztes Jahr ins Leben rief. Zu gewinnen gibt es den MAX, dotiert mit einem stattlichen Preisgeld von 1000 Euro.

Gefördert wird das Projekt von THETA e.V. (Verein zur Förderung der freien Theater- und Tanzkultur in München)

 

Die Regeln sind unkompliziert. Zu inszenieren ist eine Performance aus folgenden Vorgaben:

Thema: Rückwärts

Pflichtbühnenbild: 2 weiße Stellwände 1m x 2m, 1 Umzugskarton

Pflichtrequisite: 1 Zollstock (weitere Requisiten erlaubt)

Licht: Einheitslicht, keine Specials (z.B. besondere Farben, Spot etc.)

Ton: Bei Bedarf frei einsetzbar

Darsteller: Mindestens drei

Dauer: 20 Minuten

Genre: Frei

 

Die Teilnehmer dieses Jahr:

ISSA – Int. Schule für Schauspiel & Acting

Neue Münchner Schauspielschule

Schauspielschule München

Schauspielschule Zerboni

TheaterRaum München

 

Gespielt wird an vier Abenden, von Mittwoch bis Samstag. Die Reihenfolge der auftretenden Schulen wird jeden Abend neu ausgewürfelt und dem Publikum erst am Ende des Abends mitgeteilt.

Ein spannendes Ereignis mit Überraschungen, wie z.B. die verschiedenen Interpretationen des Thema „Rückwärts“.

 

Die Neue Münchner Schauspielschule beschreibt dieses Thema in zwei Monologen und einer Szene aus dem Stück „Die Zofen“ von Jean Genet. Verquere Liebe und Sehnsucht, sowie ein rückwärtiger Blick auf das eben Vorgetragene bestimmen die Performance.

Einen zusammengefassten Rückblick auf William Shakespeares „Hamlet“ spielen drei Schüler der ISSA mit viel Witz und choreografierten Bewegungen. So wird z. B. die soeben gespielte Zusammenfassung rückwärts mit den gleichen Worten und Bewegungen akkurat wiederholt.

Mit einem aufregenden Thriller schlägt TheaterRaum München das Publikum in den Bann. Zwei Freunde versuchen ihre vermisste Freundin aus einem dubiosen Forschungslabor zu befreien. Der Zuschauer wird von Rückblenden und lauter Musik verwirrt, bis sich zum Schluss alles in der ersten Szene auflöst.

Die Schauspielschule Zerboni begeistert mit einer Szene zwischen zwei ungleichen Pärchen. Es geht um Betrug, Sehnsucht, Liebe und den Rückblick auf die verschiedenen Ehen, nie Gewagtes und verpasste Erfahrungen. Unterstützt wird diese Performance durch die perfekt synchronisierten Dialoge zwischen den Paaren.

Eine ungewöhnliche Nutzung der Requisiten bietet Schauspiel München. Es geht um vier Schauspieler, die hinter den Kulissen einen Rückblick auf ihre Arbeit, vergangene Beziehungen und Erfahrungen, werfen. Im Fordergrund steht die Inszenierung eines fiktiven Stückes, wozu die Schauspieler in Umzugskartons gehüllt sind.

Insgesamt überzeugen alle Schulen mit großer Spiellaune und einem abwechslungsreichen Programm, welches beste Unterhaltung voller Kreativität bietet.

Ein gelungenes, sehenswertes Projekt, das auf jeden Fall nächstes Jahr wieder stattfinden sollte!

 

 

 Den MAX nahm am letzten Abend die Schauspielschule Zerboni mit nach Hause.

 Herzlichen Glückwunsch!

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